11.08.2017

Urban Mining Student Award 2017/2018

Als Generalplaner sind wir bei unserem Handeln vorwiegend dem Bauherrn und – nicht zu vergessen – dem Gesetzgeber verpflichtet. Gleichzeitig folgen wir unserem Qualitätsanspruch, der dem Bauwerk eine nachhaltige Ästhetik und Funktionalität abverlangt.

Doch äußere Umstände können sich ändern und die wenigsten Bauwerke werden heute für die Ewigkeit gebaut. Um den Ressourcenverbrauch beim Bauen und damit letztlich auch die Preise für Baumaterialien stabil zu halten, bedarf es eines Paradigmenwechsels: Wir müssen das Gebäude als Wertstofflager sehen! Die Lösung liegt im zirkulären Bauen. Aktuelle Bestrebungen auf EU-Ebene die Kreislaufwirtschaft zu stärken, zeigen, dass es nun Zeit ist, das Bauen neu zu denken. Wir haben den Weg bereits beschritten.

Gemeinsam mit der Bergischen Universität Wuppertal (Lehrstuhl Baukonstruktion, Entwurf und Materialkunde) und dem Urban Mining e.V. hat agn Niederberghaus & Partner im Juli erstmalig einen Studentenwettbewerb zum ressourcenschonenden Bauen ausgelobt. Ziel des Wettbewerbs ist es, durch die Vermittlung von Entwurfs- und Konstruktionsprinzipien für rückbau- und recyclingfreundliche Bauwerke, die Kreislaufwirtschaft im Bauwesen zu fördern. Der Urban Mining Student Award ruft Bachelor- und Master-Studierende aus dem Fachbereich Architektur dazu auf, in interdisziplinären Teams mit Bauingenieuren oder Landschaftsarchitekten ein Bauwerk mit minimalem ökologischem Fußabdruck zu entwickeln.

Als Lehrbeauftragte an der Bergischen Universität Wuppertal begleitet Anja Rosen, Mitarbeiterin der agn-Tochter energum und Sachverständige für Nachhaltiges Bauen sowie DGNB-Auditorin, den Studentenwettbewerb. Im Rahmen einer laufenden Promotion erforscht sie zudem die Bewertung von Kreislaufpotentialen von Baukonstruktionen im Hochbau.

Darüber hinaus engagiert sich die Architektin als Gründungsmitglied in der Initiative Ressourcenschonende Bauwirtschaft (IRBau), die sich im Mai 2017 mit einer gut besuchten Auftaktkonferenz in Berlin erstmals einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt und dabei den effizienten Einsatz von Ressourcen im Bauwesen thematisiert hat.

Um zu einem intelligenteren Einsatz von Ressourcen und einer besseren Recyclingfähigkeit von Konstruktionen zu gelangen, bedarf es eines Paradigmenwechsels im Bauen. Das nötige Fachwissen liefert im kommenden Jahr der Recycling Atlas aus der Atlas-Reihe des Detail Verlags. Als Sponsor unterstützt agn die Veröffentlichung dieses Nachschlagewerkes.

Das Kompendium betrachtet das Gebäude als Rohstofflager, das von der Materialwahl bis zur Konstruktion einer intelligenten Planung bedarf, und fokussiert auf die damit verbundene Kreislaufwirtschaft. Ein umfangreicher Detailkatalog zeigt alle relevanten Bauteilanschlüsse und liefert ausführliche Erläuterungen zu ökologischen und ökonomischen Aspekten des Recyclings. Details realisierter Beispiele liefern Inspirationen für die gelungene Umsetzung in die Praxis.

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