LWL-Klinik Lengerich

Für den Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) plant agn die Revitalisierung und Erweiterung der LWL-Klinik Lengerich. Das unter Denkmalschutz stehende Ensemble aus Gebäuden, Innenhof sowie Teilen des umgebenden Landschaftsparks wird instandgesetzt und umgebaut.

Unter Berücksichtigung des Ensembleschutzes wird der historische Bestand um Neubauten, die Regel-, Wahlleistungs- wie Akutstationen mit ihren Patientenzimmern aufnehmen, aber auch um einen großzügigen Restaurant- und Fortbildungsbereich ergänzt. Neu organisiert sind nun auch die zentrale Aufnahme und Zentralambulanz unter einem Dach, die über den neuen Haupteingang mit einer großzügigen Magistrale erreicht werden. Zusammengehörige Neu- und Altbauten werden barrierefrei miteinander verknüpft. Dieses Gesamtkonzept stärkt durch die kürzeren Wege funktionale Abläufe und schafft durch analoge und übersichtliche Grundrissstrukturen Synergien im Betrieb. 
Das offene Konzept der Klinik soll weiter gestärkt werden. Neben Patienten und Personal sollen auch Nachbarn und Erholungsuchende das Areal beleben und als Normalität in ihrem Alltag wahrnehmen.
Ein zusätzlicher Aspekt des Projekts ist der Artenschutz. Bei der Planung wird die Berücksichtigung vieler, teils streng geschützter Fledermaus- und Vogelarten, gutachterlich und behördlich begleitet.

Geschichte

Vor über 150 Jahren öffnete die psychiatrische, psychotherapeutische Klinik ihre Pforten für die ersten Patientinnen und Patienten. Die Garten- und Parkgestaltung erfolgte in Anlehnung an einen Entwurf des Generaldirektors der königlichen Gärten Peter Joseph Lenné. Der Gebäudebestand der schlossartigen Kernanlage, ursprünglich als „Provinzialheilanstalt Bethesda“ benannt, wurde in den Jahren 1862 bis 1867 nach den Plänen des Architekten Maximilian August Nohl gebaut. Markant und selbstbewusst im Stil des frühen Historismus erbaut, besticht die Anlage noch heute durch ein konsequentes und klares Erscheinungsbild, das einer soliden Ausführung und einer bemerkenswert weitsichtigen Zeitlosigkeit Rechnung trägt. In der Begründung zum Denkmalwert 1991 hieß es unter anderem, dass es aus psychiatriegeschichtlichen Gründen als ältestes für diesen Zweck entworfenes Krankenhaus in Westfalen ein Hauptwerk der Krankenhausgeschichte darstellt

Das alles zusammen bedeutet eine umfassende Aufwertung des Standorts und somit die Sicherung der Patientenversorgung, der Arbeitsplätze und, nicht zuletzt, der Baukultur auch für die Zukunft im nördlichen Westfalen am Fuße des Teutoburger Waldes.

LeistungArchitektur 
AuftraggeberLWL - Bau- und Liegenschaftsbetrieb

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