28.05.2024

Stein auf Stein: Baustart an der CAU Kiel

Auf die Planung folgt die Umsetzung: Mit dem Baustart an den Fakultätenblöcken der Christian-Albrechts-Universität (CAU) zu Kiel wird der Urban-Mining-Ansatz sichtbar. Stein für Stein werden die Kalksandsteinwände zurückgebaut und für den späteren Wiedereinbau eingelagert. Und das ist erst der Anfang des ersten von insgesamt vier Bauabschnitten. Mit der Maßgabe einer BNB-Zertifizierung und einem Urban-Mining-Konzept soll die Revitalisierung ein Vorbildprojekt in Bezug auf die Nachhaltigkeit darstellen. Wir sind für die Architektur und Bauphysik verantwortlich.

Für diesen besonderen Anlass hat die GMSH und die CAU am gestrigen Montag zu einem Pressegespräch und Rundgang eingeladen. Neben der Lokalpresse ist auch Monika Heinold, Finanzministerin von Schleswig-Holstein, dieser Einladung nachgekommen. Sie betonte die Bedeutung des Projektes: „Mit IMPULS bringen wir das Land voran. Durch das Infrastrukturprogramm haben wir ein solides Finanzierungsinstrument, um bei großen Bauvorhaben langfristig und sicher planen zu können. Zudem hat sich die Landesregierung mit dem Konzept zur energetischen Sanierung der Landesliegenschaften klare Ziele beim Klimaschutz im Bau gesetzt. Dieses Projekt ist ein tolles Beispiel dafür, wie nachhaltiges und ressourcenschonendes Bauen funktioniert. So machen wir Schleswig-Holstein zukunftsfest und energieeffizient.”

Im Rahmen der Nachhaltigkeitsziele haben wir das Sanierungskonzept und verschiedene ressourcensparende Maßnahmen für das Bauvorhaben entwickelt. Im Fokus dabei stehen der Bestandserhalt und Einsatz von kreislauffähigen Materialen im Sinne des Urban-Mining- und Cradle-to-Cradle-Gedanken. So werden die Obergeschosse der Institutsblöcke abweichend von dem Sockel-Neubau in ihrer Grundstruktur erhalten. Lediglich deren Hülle wird vollumfänglich erneuert und energetisch saniert. Dabei wird die Bestandsstruktur größtmöglich erhalten und das Rückbaumaterial der massiven Bauteile in Form von R-Beton/RC-Gesteinskörnung in den Kreislauf der neuen Betonbauteile zurückgeführt. Boden- und Deckenaufbauten werden möglichst einfach gewählt und ohne komposite Schichten konstruiert. Im Sinne einer CO² neutralen Konstruktion und im Zusammenhang mit Materialeffizienz werden Hohlkörperdecken für die Geschoss- und Dachdeckenkonstruktion umgesetzt. Für die beiden großformatigen Oberlichter über der Agora sind der Einsatz eines ETFE-Daches vorgesehen, das im Vergleich zu einem mehrschichtigen Glas auf Stahltragwerk bis zu 38 Tonnen CO² einspart.

 

LeistungenArchitektur, Bauphysik
AuftraggeberGMSH Kiel
LinkPressemeldung der GMSH

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